Warum ging Würzburg den  nonconformen  Weg?

Die Montessori-Schule ist mit der Kinderkrippe und dem Kinderhaus in den Räumen des Klosters Oberzell eingemietet und seit ihrer Gründung im Jahr 1991 schrittweise gewachsen. Der Montessori Trägerverein Würzburg e.V. möchte auch die Montessori-Fachoberschule an diesen Standort übersiedeln, um eine räumliche Nähe und Synergien der beiden Schulen zu ermöglichen. Dazu ist eine räumliche Erweiterung notwendig, die für einen langfristigen Zeithorizont funktioniert. Gemeinsam mit Michael Zinner von schulRAUMkultur wurde nonconform beauftragt, in einem Beteiligungsprozess ein räumliches Gesamtkonzept zu erarbeiten.

Wie lief der Beteiligungsprozess ab?

In einer nonconform ideenwerkstatt wurde über drei Tage mit allen Nutzer*innen vor Ort gearbeitet: Schüler*innen, Pädagog*innen und Vertreter*innen aller Säulen des Montessori-Netzwerkes sowie Vertreter*innen der Klosterverwaltung wurden eingeladen, sich einzubringen.

Wie sieht das Ergebnis aus? 

Als Ergebnis der Ideenwerkstatt wurde eine gemeinsame Vision mit mehrfachem Gewinn für alle erarbeitet. Für das bestehende Gebäude konnten Maßnahmen aufgezeigt werden, die gezielt Raumqualitäten und Nutzungen optimieren und so auch kurzfristige Verbesserungen bringen. Auf Basis der Raumkonzepte der einzelnen Schulstufen gelang es durch eine Neuordnung im Bestand sowie gezielte Zubauten, ein zukunftsträchtiges räumliches Konzept zu entwickeln, das die Funktionszusammenhänge des gesamten Organismus klug miteinander verflechtet. Schritt für Schritt soll eine Verteilungsgerechtigkeit qualitätsvoller Lern- und Lebensräume mit unterschiedlichen Atmosphären für alle Schulstufen verwirklicht werden.

Was ist das Besondere daran?

Die große Herausforderung lag darin, nicht nur eine Zukunftsvision für alle Montessori-Stufen am Standort Kloster Oberzell zu entwickeln, sondern ein konkretes Szenario zu erarbeiten, das einerseits finanziell in kleineren Schritten durchführbar ist und andererseits etappenweise so umgesetzt werden kann, dass die Schule nicht für eine langwierige große Umbauphase ausziehen muss.

Wie ging es nach dem Beteiligungsprozess weiter? 

Unmittelbar nach der Ideenwerkstatt wurde nonconform mit der Vorplanung für die Adaptierung des Gebäudeteiles, in dem die Fachoberschule untergebracht werden sollte, beauftragt. Auf dieser Basis erfolgten durch das ortsansässige Architekturbüro Staib&Wiener die weitere Umbauplanung, sodass Anfang 2020 die Fachoberschule einziehen konnte. Weitere Maßnahmen auf dem Weg zur Zukunftsvision werden sukzessive umgesetzt.

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