Eröffnungsfeier des neuen Dorfzentrums. Stufen führen zu einem teilweise überdachten, öffentlichen Platz. Menschen stehen und sitzen darum herum, im Vordergrund sind ein paar Jugendliche auf Fahrräder. Im Hintergrund sieht man die die Tiroler Alpen.

wettbewerb mit bürgerbeteiligung in mils

warum geht mils den nonconformen weg?

Die Gemeinde Mils in Tirol wollte ihren Ortskern neu und wieder lebendiger gestalten. Außerdem sollte ein Haus für betreutes Wohnen ins Dorfleben integriert werden. Ziel war es, einen Entwurf zu finden, der den besten Mehrwert für das Dorf bringt. Bürgermeister Dr. Peter Hanser wollte diese Entscheidung jedoch nicht allein im stillen Kämmerchen treffen. Alle BürgerInnen sollten die Gelegenheit bekommen, ihre Meinung zu sagen und ihre Ideen einzubringen – die idealen Voraussetzungen für unsere nonconform ideenwerkstatt! Denn je mehr die Bewohner schon im Vorfeld miteinbezogen werden, desto belebter wird das Zentrum auch in Zukunft sein.

 

„Es war mutig und richtig die Bürger in das Projekt zu integrieren. Mils ist ein Vorreiter für viele Gemeinden!"
Diana Ortner, Tiroler Dorferneuerung bei der Präsentation des Siegerentwurfs

wer hat da etwas mitzureden?

In Mils wurde unsere nonconform ideenwerkstatt mit einem Architekturwettbewerb kombiniert und hat viele verschiedene Menschen zusammengebracht:

  • Alle BürgerInnen – vom Volksschulkind bis zum Pensionisten
  • ArchitektInnen und RaumplanerInnen
  • DenkmalschützerInnen und GemeindepolitikerInnen 
  • PädagogInnen und ModeratorInnen
  • ExpertInnen für Mobilität und betreutes Wohnen
Menschen stehen und sitzen in einem Kreis zusammen, in der Mitte liegen viele gebastelte Modelle.
Die unterschiedlichsten Kompetenzen wurden an einem Ort versammelt. Während die Kleinsten ihre Ideen mit Basteleien dargestellt und präsentiert haben, konnten sich die Anderen über das Bauvorhaben informieren, ihre persönlichen Bedürfnisse äußern und den

was wurde anders gemacht?

Bei der ideenwerkstatt in Mils ist es uns erfolgreich gelungen, einen Architekturwettbewerb mit aktiver Bürgerbeteiligung zu kombinieren. Wir haben die Architekturteams in Mils einfach direkt in die Ideenwerkstatt eingeladen. Dort konnten sie zuhören und live miterleben, was denn eigentlich gebraucht wird. Darauf aufbauend haben die Teams ein paar Wochen später ihre Entwürfe eingereicht. Das Siegerprojekt wurde ausgewählt und bei einem großen Festakt der Bevölkerung vorgestellt.

Viele Menschen in einem Raum, in der Mitte ein Flipchart und ein Moderator.
Das gemeinsame Entwickeln des Milser Zentrums interessiert viele - wer hat schon oft im Leben die Gelegenheit, zwei Tage gemeinsam mit Architekten, Juroren und den politisch Verantwortlichen über die Zukunft nachzudenken?
„Durch das gemeinsame Eintauchen in die Planungsaufgabe konnten wir eine maßgeschneiderte räumliche Antwort erarbeiten.“
Das siegreiche Architekturbüro DIN A4 Architektur

und was kam dabei raus?

Die ideenwerkstatt in Mils war ein voller Erfolg: Rund 500 Bürgerinnen und MilserInnen haben sich aktiv im offenen Ideenbüro eingebracht. Ein von der Bevölkerung getragenes Siegerprojekt ist aus dem Architekturwettbewerb hervorgegangen und wurde schließlich realisiert.

Blick von außen auf das neue Dorfzentrum. Die Musikkapelle in Trachtenkleidung steht um das neue Gebäude, auch einige interessierte Besucher nähen sich dem Geschehen.
Im Mai 2017 war es dann soweit: Der neue Dorfplatz wurde feierlich und mit musikalischer Begleitung der Musikkapelle Mils eröffnet.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Ein lebendiges Zentrum für Jung und Alt! Das Herzstück bildet einen überdachten, öffentlichen Platz, der nach Bedarf über Faltelemente seitlich geschlossen und überdacht werden kann. Neben diesem neuen Treffpunkt freut sich die Dorfgemeinschaft auch über ein Haus für betreutes Wohnen mit 28 Seniorenwohnungen, eine Tiefgarage mit 62 Stellplätzen, einen Pfarrsaal und ein Café. Ob zwischen den schattenspendenden Bäumen, unter dem Flugdach mit Blick auf die Tiroler Alpen, in der gemütlichen Bücherei im Erdgeschoss oder auf einen der vielen neuen Sitzgelegenheiten aus Holz – hier findet jeder seinen Lieblingsplatz. 

Eröffnungsfeier: Menschen sitzen lachend auf Bierbänken im neuen Dorfzentrum, ein teilweise überdachter, öffentlicher Platz. Im Hintergrund sieht man die Berge.
Das Eingehen auf die Bedürfnisse und Ideen der Bevölkerung hat sich bezahlt gemacht und das Architekturteam von DIN A4 Architektur hat ganze Arbeit geleistet. Bei der Eröffnungsfeier war die Begeisterung für den neuen Ort der Begegnung deutlich spürbar.
“Jetzt haben wir endlich ein Dorfzentrum, wo es richtig rund geht und jederzeit Leute anzutreffen sind. Das neue Café ist nicht nur ein Treffpunkt für die Senioren. Da wir so tolle Pächter haben und es auch sehr modern eingerichtet ist, kommen dort nun auch Leute hin, die bisher in der Gastronomie vor Ort nicht angetroffen wurden.”
Amtsleiter Roland Klingler, Gemeinde Mils
Das betreute Wohnen: Vor einem Neubau tummeln sich die Dorfbewohner auf Sitzgelegenheiten und auf begrünten Flächen. Das neue Gebäude hat weiße, umlaufende Balkone und ist teilweise mit hellem Holz verkleidet.
Schon bei der Ideenwerksatt war klar, dass das betreute Wohnen lebendig in die Gemeinschaft integriert werden soll.
Blick von oben auf einen öffentlichen Platz. Menschen, vorwiegend in trachtiger Kleidung, tummeln sich zwischen begrünten Flächen und Wegen. Manche sitzen auf quadratischen Sitzgelegenheiten aus Holz.
Heute können die Bewohner von den Balkonen aus das Dorftreiben beobachten und miterleben.