Bildungszentrum Pestalozzi Leoben

Die steirische Mittelstadt Leoben ist der Prototyp einer österreichischen Stadt, die durch den Strukturwandel von Schrumpfungen betroffen ist – das stellte auch neue Anforderungen an die Bildungslandschaft.

Kategorie

Bestandsentwicklung | für Bildungseinrichtungen | Reorganisation

Auszeichnung | Zertifizierung

Die Stadt Leoben erkannte, dass sie ein neues Schulstandortkonzept für die nächsten Jahrzehnte entwickeln musste. nonconform (jetzt co-form) wurde gemeinsam mit Michael Zinner von schulRAUMkultur beauftragt, die drei Pflichtschulen Volksschule Donawitz, Neue Mittelschule Pestalozzi und Polytechnikum Göss im denkmalgeschützten Gebäude der ehemaligen Pestalozzi-Hauptschule räumlich zusammenzuführen.

Baustelle vom Bildungszentrum Pestalozzi in Leoben, Architektur von nonconform.
Mehr Licht und Offenheit. Das Bildungszentrum Pestalozzi in Leoben nach dem Umbau. Architektur von nonconform.
nonconform Prozess zum BZD

Um die Reorganisation innerhalb eines gemeinsam genutzten Gebäudes gut durchzudenken, wurde die gesamte Schulgemeinschaft durch nonconform intensiv eingebunden – Schüler:innen, Pädagog:innen, Nachmittagsbetreuer:innen und Schulleitungen ebenso wie Eltern und Facility Management.

Gestartet wurde mit einem breiten Beteiligungsprozess zur Konzeption, aber auch während der Planung wurde die Kommunikation mit den Nutzer:innen durch nonconform (jetzt co-form) aufrechterhalten. Einführungsworkshops in der Aneignungsphase sowie eine mehrmonatige Nachbetreuung unterstützten das Lehren und Lernen in den neuen Räumlichkeiten.

Ehemaliges Klassenzimmer vom Bildungszentrum Pestalozzi in Leoben.
Klassenzimmer vom Bildungszentrum Pestalozzi in Leoben nach dem Umbau. Architektur von nonconform.
Plan der nonconform Architektur im Erdgeschoss des Bildungszentrum Pestalozzi in Leoben
Plan der nonconform Architektur im Obergeschoss des Bildungszentrum Pestalozzi in Leoben

„Die Klassen öffnen sich zu den Gängen. Man wird hören, was in den Klassen passiert. Es werden auch Schüler:innen am Gang sein, die trotzdem am Unterricht teilnehmen. Das wird eine komplett neue Unterrichtsform und eine neue Art für die Schüler:innen, wie der Unterrichtsstoff gelehrt werden kann.“

Paul Neugebauer, Direktor Polytechnische Schule im Bildungszentrum Pestalozzi Leoben

Aus den ökonomischen Nöten wurden pädagogische und schulkulturelle Tugenden. Die Ideenwerkstatt bildete den Beginn des Zusammenwachsens von drei Schulen und vielen Menschen, die sich bis dahin größtenteils nicht kannten.

Synergien ermöglichen Raumnutzungen abseits des Standardklassenzimmers und maximieren die nutzbaren Flächen. Das gemeinsame Arbeiten von Lehrkräften und Schüler:innen unterschiedlicher Schultypen und Altersstufen wird ermöglicht und gefördert. Dadurch ist ein fließender Übergang zwischen den Schulformen möglich.

Blick in das Atrium vom Bildungszentrum Pestalozzi
Ein dunkler Gang. Ehemalige Gangsituation vom Bildungszentrum Pestalozzi in Leoben.
Mehr Licht und Offenheit. Das Bildungszentrum Pestalozzi in Leoben nach dem Umbau. Architektur von nonconform.

Fact Sheet: Bildungszentrum Pestalozzi Leoben

Auftraggeber

Stadtgemeinde Leoben

Auftragnehmer

nonconform zt gmbh (jetzt co-form zt gmbh)

Auftragsumfang

Beteiligungsprozess, Entwurf, Ausführungsplanung, Künstlerische Oberleitung

Publikationen

Größenordnung

3 Schulen, 21 Klassen, 36.000 Dachziegel, 124 km Kabel, 1.600 Kabel

Zeitraum

2013 - 2016

Beteiligte

Auftraggeber:in, Pädagog:innen, Schüler:innen

Team

Caren Ohrhallinger (PL), Katrin Dielacher (PL), Johanna Treberspurg (PL), Katharina Forster, Andrea Kessler, Jiri Koten, Marie Lichtenwagner, Julia Oberhofer, Carina Sacher, David Schiefer, Elly van der Bloemen, Michael Zinner (extern)

Spezifikation

  • Bestandstransformation
  • Gemeinsame Lernlandschaft
  • Synergien zwischen Schulformen
  • Partizipativer Planungsprozess

Kooperation

Fotocredits

Kurt Hoerbst