Mutig nach innen wachsen

Der Weg zum Fairberliner Haus

 

Wir haben in Berlin eine Architekturstudie zum gemeinschaftlichen Wohnen auf kleiner Fläche als Forschungsprojekt begleitet. Zum Abschluss dieses spannenden Prozesses freuen wir uns, dass wir eine neue Broschüre mit unseren Erkenntnissen füllen konnten.

Dabei stand im Vordergrund, wie auch eine private Projektentwicklerin das Gemeinwohl in den Vordergrund stellen kann, um den klassischen Wohnungsbau neu zu interpretieren. Der Umgang mit Bodenressourcen, Leistbarkeit und Vereinsamung stellt den Wohnungsbau in Innenstädten vor Herausforderungen und wirft die Frage auf, wie eine sozialverträgliche Umweltentlastung und Klimaanpassung aussehen kann. Zur Beantwortung wurde der Entwurfsprozess des Fairberliner Haus unterstützt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit einem partizipativen Prozess begleitet. In einem Prozess mit dem Architektenteam von Partner und Partner haben wir neue Grundrisstypologien und neue Arbeitsformate entwickelt, die wir nun gerne in neuen Projekten anwenden und weiterentwickeln wollen!

Was ist die Idee vom Fairberliner Haus?

Das Fairberliner Haus soll eine brachliegende Restfläche in einem Berliner Innenhof aktivieren. Das Grundstück ist prototypisch für die vielen Raumpotenziale, die in dichten Innenstädten schlummern. Im Mittelpunkt steht die Idee, ein gemeinschaftlich genutztes Gebäude zu entwickeln, um einen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit des Quartiers und der Stadt zu leisten. Es soll ein Wohnhaus geschaffen werden, das von Beginn an zur Partizipation einlädt und die potenziellen Nutzer:innen involviert, möglichst ressourcenschonend und energieautark funktioniert und gleichzeitig gesellschaftlich relevante Nutzungen integriert. Das bedeutet, dass neben der zukunftsweisenden Erstellung als Holzbau der interdisziplinäre Entstehungsprozess eine zentrale Rolle im Gesamtprojekt einnimmt. Hierzu haben wir einen lernenden Prozess entwickelt, der den speziellen Herausforderungen einer privaten Bauherrin angepasst ist und auf neue Entwicklungen und Erkenntnisse reagieren kann. Die private Eigentümerin des Grundstücks möchte, ihren ethischen Grundsätzen folgend, auf die maximal mögliche Rendite zugunsten einer ökologischen und sozialräumlichen Gestaltung verzichten.

Der Name „Fairberliner Haus“ ergibt sich aus dem Wunsch, ein Bauvorhaben zu realisieren, das „mehr als Wohnen“ sein kann. Dahinter steht auch ein quartiersräumlicher Ansatz, mit dem Ziel, in das städtische Areal um den Fehrbelliner Platz auszustrahlen, um diesen Lebensraum zu bereichern. Es soll ein innovativer Zukunftsort im und fürden Kiez entstehen. In Zeiten, in denen Städte nach wie vor eine sehr hohe Anziehungskraft auf Menschen ausüben, der Flächenverbrauch und die Bodenversiegelung zunehmen, Grünflächen schwinden, Marktpreise für Grundstücke sowie Mieten haltlos steigen und Verwaltung wie Politik kaum Instrumente zur Verfügung haben, um diese Entwicklungen zu stoppen, sind auch private Eigentümer:innen und Investor:innen gefragt, sich der Wohnungsnot anzunehmen, Nutzungsmischung zu ermöglichen und damit eine stadtteil- und klimaverträgliche Quartiersentwicklung zu fördern. Einen möglichen Weg, wie diese Herausforderungen von privater Seite mutig zu bewältigen wären, wollen wir im Rahmen dieses Forschungsprojekts, gefördert von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, aufzeigen und ausprobieren, um für eine notwendige soziale Orientierung des Wohnungsbaus in unseren Städten zu lernen.

 

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