Ein Wettbewerb im Beteiligungsformat für Mils

Warum ging Mils den Weg mit nonconform?

Die Gemeinde Mils in Tirol wollte ihren Ortskern neu und wieder lebendiger gestalten. Außerdem sollte ein Haus für betreutes Wohnen ins Dorfleben integriert werden. Ziel war es, einen Entwurf zu finden, der den besten Mehrwert für das Dorf bringt. Bürgermeister Dr. Peter Hanser wollte diese Entscheidung jedoch nicht alleine treffen. Alle BürgerInnen sollten die Gelegenheit bekommen, ihre Meinung zu sagen – die besten Voraussetzungen für eine nonconform ideenwerkstatt im März 2014. 
„Es war mutig und richtig die Bürger in das Projekt zu integrieren. Mils ist ein Vorreiter für viele Gemeinden!“
Diana Ortner

Tiroler Dorferneuerung bei der Präsentation des Siegerentwurfs

Wie liefen Wettbewerb und Beteiligung in Mils ab?

In Mils wurde die Ideenwerkstatt mit einem Architekturwettbewerb kombiniert. Dabei wurde ein Kommunikationsraum für Bürger*innen, Verantwortliche der Gemeinde und verschiedenste Expert*innen geschaffen. Im Prozess beteiligt waren: 

  • alle interessierten Bürger*innen 
  • Architekt*innen und Raumplaner*innen
  • Denkmalschützer*innen und Gemeindepolitiker*innen 
  • Pädagog*innen und Moderator*innen
  • Expert*innen für Mobilität und betreutes Wohnen

Die verschiedenen Kompetenzen wurden an einem Ort versammelt. Die Kleinsten bastelten ihre Ideen, die Großen konnten  sich über das Bauvorhaben informieren und persönlichen Bedürfnisse äußern.

Was war das Besondere am Projekt?

Bei der Ideenwerkstatt in Mils ist es erfolgreich gelungen, einen Architekturwettbewerb mit aktiver Bürgerbeteiligung zu kombinieren. Die Architekturteam wurden zum Beteiligungsprozess eingeladen, konnten den Bürger*innen vor Ort zuhören und live miterleben, was denn eigentlich gebraucht wird. Darauf aufbauend wurden später ihre Entwürfe eingereicht. Das Siegerprojekt wurde ausgewählt und bei einem großen Festakt der Bevölkerung vorgestellt.

Das gemeinsame Entwickeln des Milser Zentrums interessiert viele – wer hat schon oft im Leben die Gelegenheit, zwei Tage gemeinsam mit Architekten, Juroren und den politisch Verantwortlichen über die Zukunft nachzudenken?

„Durch das gemeinsame Eintauchen in die Planungsaufgabe konnten wir eine maßgeschneiderte räumliche Antwort erarbeiten.“
Das siegreiche Architekturbüro DIN A4 Architektur

Wie sieht das Ergebnis aus?

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Ein belebtes Zentrum für Jung und Alt ist entstanden. Das Herzstück bildet ein öffentlichen Platz, der nach Bedarf über Faltelemente seitlich geschlossen und überdacht werden kann. Neben diesem neuen Treffpunkt freut sich die Dorfgemeinschaft auch über ein Haus für betreutes Wohnen mit 28 Senior*innenwohnungen, eine Tiefgarage mit 62 Stellplätzen, einen Pfarrsaal und ein Café. Ob zwischen den schattenspendenden Bäumen, unter dem Flugdach mit Blick auf die Tiroler Alpen, in der gemütlichen Bücherei im Erdgeschoss oder auf einer der vielen neuen Sitzgelegenheiten – hier findet jede*r seinen Lieblingsplatz. 

Das Eingehen auf die Bedürfnisse und Ideen der Bevölkerung hat sich bezahlt gemacht und das Architekturteam von DIN A4 Architektur hat ganze Arbeit geleistet. Bei der Eröffnungsfeier war die Begeisterung für den neuen Ort der Begegnung deutlich spürbar.

Die Senior*innen können von ihren Balkonen aus das Dorftreiben beobachten.

“Jetzt haben wir endlich ein Dorfzentrum, wo es richtig rund geht und jederzeit Leute anzutreffen sind. Das neue Café ist nicht nur ein Treffpunkt für die Senioren. Da wir so tolle Pächter haben und es auch sehr modern eingerichtet ist, kommen dort nun auch Leute hin, die bisher in der Gastronomie vor Ort nicht angetroffen wurden.”
Roland Klingler

Amtsleiter Gemeinde Mils

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