Warum ging Bad Feilnbach den Weg mit nonconform?

Die Gemeinde Bad Feilnbach liegt im Inntal im Landkreis Rosenheim. Wie die gesamte Region verzeichnet auch Bad Feilnbach einen stetigen Zuzug. Direkt in der Ortsmitte bildet das ehemalige Areal des Kurhotels Tannenhof eine Brachfläche, die es zu entwickeln gilt. Bei der Erarbeitung eines städtebaulichen Entwurfes und eines Bebauungsplanes für das Projekt gingen der Projektentwickler und die Gemeinde Bad Feilnbach mit nonconform  neue Wege, um das zentral gelegene Grundstück als generationenübergreifenden Wohnraum mit zusätzlichen Funktionen für den Ortskern zu entwickeln.

Wie lief der Beteiligungsprozess ab?

In einem komprimierten partizipativen Erarbeitungsprozess wurde mit Entscheidungsträger*innen, der Bevölkerung sowie mit projektrelevanten Akteur*innen und Fachexpert*innen in zwei Modulen ein tragfähiges Konzept erarbeitet.

Im ersten Modul wurden in einer eineinhalbtägigen Ideenwerkstatt direkt vor Ort Ideen von interessierten Bürger*innen und Schlüsselpersonen gesammelt. Ziel war es, inhaltliche und räumliche Anforderungen für die Bebauung des Areals zu ermitteln. Das Architekturbüro, das mit der Erarbeitung des städtebaulichen Entwurfes beauftragt war, nutzte die Gelegenheit, um mit den Bürger*innen in aktiven Austausch zu treten. 

Im zweiten Modul – einer halbtägigen Planungswerkstatt – arbeiteten Bürger*innen mit Planer*innen an einem groben räumlichen Modell. Das Ergebnis bildeten vier räumliche Studien, welche in weiterer Folge die Grundlage für die Erstellung des städtebaulichen Entwurfes durch das Architekturbüro darstellten.

Raumspiel: Wie wirkt sich die Ausrichtung von Gebäuden aus?

Wie sieht das Ergebnis der Ideenwerkstatt aus?

Am Ende dieses Beteiligungsprozesses steht ein städtebaulicher Entwurf, der auf die Bedürfnisse der Bürger*innen eingeht. Neben Wohnungen in verschiedenen Größen und betreubarem Wohnen, einer Kindertagesstätte und einer Arztpraxis wird auf dem Areal auch ein einladend gestalteter öffentlicher Aufenthaltsbereich entstehen. Das „Bad Feilnbacher Wohnzimmer“ wird auch überdachte Flächen bieten, wo man sich ohne Konsumzwang aufhalten kann. Der Projektentwickler bindet sich im Rahmen eines städtebaulichen Vertrages an eine entsprechende Realisierung.

Eine der vier in der Planungswerkstatt erarbeiteten Varianten.

Was war das Besondere daran?

Die Einbindung von Bürger*innen ermöglichte es, am Tannenhof-Grundstück Nutzungen und Flächen mit Aufenthaltsqualität zu entwickeln, die der gesamten Gemeinschaft zugutekommen und sich positiv auf die gesamte Ortsmitte auswirken. 

Wie ging es weiter?

Im Anschluss an den Prozess arbeitete ein Architekturbüro den städtebaulichen Entwurf aus, auf dessen Basis  ein Bebauungsplan entstand. Dieser wurde im Mai 2020 genehmigt. Der Baustart soll  bald erfolgen.

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