Warum ging Illingen den Weg mit nonconform?

Illingen ist eine 15.000 Einwohner*innen Gemeinde im Saarland. Wie viele andere Orte außerhalb der Ballungszentren kämpft auch Illingen mit Abwanderung, demographischer Veränderung und folglich Leerständen. Gleichzeitig verfolgen sehr aktive Verantwortliche in Politik und Verwaltung sowie eine Menge engagierter Bürger*innen konsequent das Ziel, eine lebenswerte Zukunft für alle zu schaffen. Die Gemeinde führt ein vorbildliches Leerstandsmanagement und möchte sich um die ehemalige Wurstfabrik mitten am Marktplatz kümmern, die bereits seit 2001 leer steht. 

Wie lief der Beteiligungsprozess ab?

Bürgermeister Armin König – ehemaliger Journalist – schaffte es vorab, seine Mitarbeiter*innen und die Bürger*innen stark für den Beteiligungsprozess zu motivieren. Die gute Stimmung spornte den kreativen Prozess an und es entstanden Lösungen, die andernorts undenkbar gewesen wären. Die Verantwortlichen bewiesen Rückrat, indem sie zu all ihren Entscheidungen standen.  

Als Grundlage des Beiteiligungsprozesses diente eine umfangreichen Bestandsanalyse, die im Rahmen des ExWoSt (Förderprogramm Experimenteller Wohn- und Städtebau des Bundes) von Expert*innen erarbeitet wurde. Im Gespräch mit den Bürger*innen wurden Nutzungkonzepte und Gestaltungsvorschläge für das Stadtzentrum gesammelt, wobei der Fokus auf der Nachnutzung der brachliegenden Fleischwarenfabrik lag. Angrenzende Stadträume wurden in die Überlegugen miteinbezogen, um den gesamten Stadtkern neu zu denken sowie den Bahnhof als wesentlichen Teil davon erlebbar zu machen.

Gemeinsames Entwickeln mit Plan und Suppentopf.

Was war das Besondere am Projekt?

Die Illinger Bevölkerung arbeitete mit großer Begeisterung mit und trug in den drei Tagen der nonconform ideenwerkstatt unglaubliche 1.300 Ideen zusammen. Die gemeinsame Arbeit legte das Wissen der Bevölkerung frei und führte bei den Anwesenden gleichzeitig zu einer starken Identifikation mit der Stadt. Durch die Einbindung der verschiedensten Nutzer*innengruppen gelang die komplexe Einbettung des Planungsareals in das Stadtgebiet mit seiner komplizierten Geländesituation durch Höhenunterschiede.
„Nach der Abrissparty wird sich das Gesicht der Illinger Ortsmitte von Tag zu Tag verändern. Nun entsteht ein attraktives neues Stadtviertel im Zentrum, ein Magnet für das ganze Illtal. Wir zeigen ein neues Konzept auf, wie man Ortsmitten gestalten kann. Zurück zu den Wurzeln: Wohnen, Einkaufen, Arztbesuche, Kneipe, Essen und Trinken – alles auf kurzem Weg mitten im Zentrum.“
 
Armin König

Bürgermeister

Wie sieht das Ergebnis aus?

Gemeinsam ist es gelungen, einen zukunftsweisenden räumlichen Entwurf für die vielschichtige Aufgabe zu erarbeiten, der unmittelbar in die konkreten Architekturplanungen des Architekturbüros Frielinghaus eingeflossen ist. Die Verwaltungs- und Produktionsgebäude der ehemaligen Fleischwarenfabrik am Marktplatz wurden abgetragen, um Raum für das neue Konzept und eine Symbiose von Alt und Neu zu schaffen. Neben einem vielseitig erlebbaren, öffentlichen Raum werden in Zukunft auf dem rund 40.000 Quadratmeter großen Gelände noch eine Einkaufsgalerie sowie ein Pflege- und Senior*innenheim entstehen. Das als „Neuer Markt“ firmierende Projekt sieht einen Kostenrahmen von rund 30 Millionen Euro vor.

Das neue Zentrum von Illingen ist ein Paradebeispiel dafür, wie gut Veränderungen in einer Gemeinschaft angenommen werden können, wenn die Bürger*innen in den Entstehungsprozess miteinbezogen werden. So entstand eine echte Vergemeinschaftung mit einem rundum positiven Blick in die Zukunft. Ein gemeinsames, großes Ziel wird zum Motor für Entwicklung und Umsetzung.

 

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Die Kulturfabrik in Vlotho ist wegen ihres breiten Kulturangebotes, vom Jugendzentrum über die Bücherei und die Jugendkunstschule bis zum Heimatmuseum, weit über die Stadt Vlotho hinaus bekannt.

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